08-03-2010
16. European Grain Network Meeting
Über 50 Delegierte nahmen am 18. und 19. März in Dijon, Frankreich, am 16. European Grain Meeting teil.
Das jährlich stattfindende und sehr beliebte Meeting führt Akteure der Getreideindustrie zusammen, um die neuesten Entwicklungen und aktuelle Fragen der Industrie zu besprechen. Es erfreut sich größter Beliebtheit bei allen Getreidenetzwerk-Administratoren, nicht nur in Europa, sondern in aller Welt. Gastgeber der diesjährigen Veranstaltung war die Forschungs- und Entwicklungsorganisation Agroreso.
Gesundes Getreide
Jan Willem van der Kamp vom Dienstleistungsanbieter für Prüfungen und Inspektionen TNO Quality of Life, Niederlande, gab eine Einführung in das EU-integrierte Projekt HEALTHGRAIN.
Eine Ernährungsumstellung von Weißmehlprodukten auf Vollkornprodukte und Produkte mit hohem Kleieanteil kann das Auftreten von Fettsucht und die damit verbundenen Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes stark reduzieren. Das Projekt HEALTHGRAIN arbeitet an einer wissenschaftlichen Grundlage für ein besseres Verständnis der Gesundheitsauswirkungen von Ballaststoffen und anderen bioaktiven Komponenten von Vollkorn wie auch für die Entwicklung einer neuen Generation gesunder Produkte.
In einer diesbezüglichen Sitzung präsentierten S. Gergely und A. Salgó von der Fakultät für angewandte Biotechnologie und Lebensmittelwissenschaft der Technischen und Wirtschaftswissenschaftlichen Universität Budapest, Ungarn, neue Möglichkeiten zur Messung bioaktiver Komponenten in Getreide und Produkten mittels NIR.
Dr. Anton J. Alldrick von der Cereals & Cereals Processing Division von Campden BRI, GB, sprach über die Rolle der Analyse bei der Handhabung von Mykotoxinen in Cerealien. Schätzungsweise über 25% des weltweit kulturfähigen Ackerlandes (einschließlich Cerealien) sind mit Mykotoxinen kontaminiert.
Die Bedeutung der Probenentnahme
Da die Inhaltsstoffverteilung in Getreideladungen alles andere als homogen und eine Homogenisierung schwer oder gar unmöglich ist, ist eine Probenentnahme bei der Getreideanalyse von höchster Bedeutung. Marc Provot, Laboragro/In Vivo Group und Vorsitzender von CEN TC 338, vermittelte einen umfassenden Überblick über Methoden zur Probenentnahme unter besonderer Berücksichtigung der neuen Norm EN ISO 24333 und Probenentnahmeausrüstungen in unterschiedlichen Situationen. Unter Bezugnahme auf IRTAC-Studien führte Herr Provot auch Beispiele für die Verbreitung von Mykotoxinen in einer Cerealiencharge an. Er präsentierte seine Untersuchungsergebnisse anhand eines Vergleichs verschiedener Probenentnahmeverfahren und zeigte Möglichkeiten zur Verringerung der Probengröße an.
Ölsamen-, Weizen- und Gerste-Ringversuche
Dr. Jürgen Möller von FOSS trug Ergebnisse eines Ringversuchs vor, der durchgeführt worden war, um die Leistung von NIR-Kalibrationen und Referenzmethoden bei der Analyse von Ölsamen zu ermitteln. Auch gab er die neuesten Ergebnisse einer 2009 durchgeführten FOSS ANN (Artificial Neural Network) Infratec-Kalibration für Weizen und Gerste bekannt. Die Ergebnisse bestätigten die Stabilität des ANN-Modells.
Weiterhin berichtete Dr. Möller über die Infratec™ ANN-Kalibration und den neuesten Stand der Bemühungen, diese als Norm durchzusetzen. Die neue EN 15948 "Getreide - Bestimmung von Feuchte und Protein - Methode mit Nahinfrarot-Transmission in Kombination mit einem Vorhersagemodell mit ANN (Artificial Neural Network) und zugehöriger Datenbank" wurde 2009 im Rahmen einer CEN-Untersuchung als vorläufige europäische Norm anerkannt. Bemühungen um eine endgültige Verabschiedung und Annahme dieser Norm werden fortgesetzt. Diese Norm wird die Akkreditierung und offizielle Zulassung der Infratec Getreide-ANN-Kalibration erleichtern.
Neue Aspekte bei Getreide und Mehl
FOSS hat eine neue Analyselösung eingeführt, die die Bewertung der Getreidequalität revolutionieren wird.
Durch Kombination der Bildgebungstechnologie mit der Erfahrung von FOSS im Bereich der Getreideanalyse wurde eine leistungsstarke Systemlösung für Getreide entwickelt – Infratec EyeFoss.
Das Infratec EyeFoss bietet eine objektive Erweiterung existierender Prüfverfahren durch das menschliche Auge. Es sorgt für eine genaue Qualitätsbewertung, die Zweifel über Einstufungen vermeidet. Eine Reihe von Defekten kann in einem digitalen Spotlight erfasst werden, einschließlich aller Hauptprobleme wie Schwarzflecken, Insektenschäden und Pilzbefall, Frost- und Bakterienschäden. Das System kann in 2,5 Minuten 10.000 Körner bewerten.
Angesichts der Erfahrungen mit dem neuen System äußerte sich Herr Ian Sproul von CBH Australia begeistert und wies nachdrücklich auf die gute Zusammenarbeit mit FOSS hin. “Bildanalyse wird die Bewertung der Getreidequalität revolutionieren”, sagte er.
Das System kann mit der Software Mosaic in ein Netzwerk eingebunden werden, um so Kalibrationen und Software-Updates durch einen Sachverständigen über das Internet zu realisieren. Dieser Sachverständige kann das Gerät auch überwachen, um jederzeit optimale Leistungen zu gewährleisten.
Das kürzlich eingeführte ProFoss Inline-Nahinfrarot-Analysensystem basiert ebenfalls auf neuester Technologie, in diesem Fall auf hochauflösender Diodenarray-Technologie, die eine präzise, zuverlässige Abbildung von Produkten während der Herstellung generiert. Das System ermöglicht eine optimale Nutzung teurer Weizensorten bei der Mehlproduktion unter gleichzeitiger Kontrolle des Protein-, Feuchte- und Aschegehalts im endgültigen Mehlprodukt für einen optimalen Gewinn. Jan-Åke Persson von FOSS sagte: “ProFoss sorgt für laborgenaue Messungen, unbeaufsichtigt, automatisch und direkt im laufenden Prozess.”
Für weitere Informationen setzen Sie sich bitte mit Josef Schweizer, FOSS Betriebsleiter für Getreide, in Verbindung: js@foss.de .