MilkoScan™ FT+ basiert auf der Fourier Transform Infrarot Analyse (FTIR). Das System arbeitet im mittleren Infrarotbereich des Spektrums von 3 - 10 µm, was 1000 – 5000 cm -1 entspricht.
Das FTIR-Interferometer scannt das gesamte Infrarotspektrum ab. Es erfasst die Daten simultan und ermöglicht so die Messung neuer Parameter, sogar in komplexen Milchprodukten. Die Untersuchung zusätzlicher Parameter ist lediglich eine Frage der Kalibration.
Standardisierung
Die Tatsache, dass alle FTIR-Systeme standardisiert werden, bietet große Vorteile. Eine Kalibration, die auf einem System entwickelt wurde, kann auf alle anderen Systeme übertragen werden, da diese aufgrund der Standardisierung ein gleichartiges Spektrum erzeugen. Die Standardisierung erfolgt durch den Spektrenvergleich einer speziellen FTIR-Standardisierungsprobe, die auf dem neu installierten System (Slave) analysiert wird, mit dem Spektrum des FOSS - Mastergeräts mittels einer identischen Standardisierungsprobe.
Die wichtigsten Infrarot-Wellenlängen
Fett
Das Fettmolekül besteht aus einem Glyzeringerüst, an das drei Fettsäuren gebunden sind. Zwei verschiedene Fettwellenlängen werden in den IR-Systemen verwendet, für Fett A und Fett B.
Die Fett A Absorption beruht auf der Dehnungsschwingung der C=0 Bindung in der Karbonylgruppe des Fettmoleküls. Dieser Filter zählt die Anzahl der Fettmoleküle unabhängig von der Länge und der Masse der einzelnen Fettsäuren, was ein Nachteil ist, wenn sich die Länge der Fettsäuren ändert.
Die Fett B Absorption beruht auf der Dehnungsschwingung der C-H Bindungen in den Fettsäureketten. Diese Messung steht daher im Verhältnis zur Größe und Anzahl der Fettmoleküle in der Probe.
Laktose
Das Laktosemolekül ist ein Disaccharid, das aus der Verbindung der Monosaccharide Glukose und Galaktose besteht. Die Hydroxylgruppe (OH) ist charakteristisch für Kohlenhydrate. Die Laktose-Absorption ist auf die C-OH Bindung zurückzuführen.
Protein
Das Proteinmolekül besteht aus Aminosäuren, die über Peptidbindungen miteinander verknüpft sind. Die Protein-Absorption ist auf dieDehnungsschwingungen der N-H-Bindungen in den Peptiden zurückzuführen.
Zusätzlich zu diesen vier Hauptwellenlängen können 1000 andere Wellenlängen aus dem ganzen Spektrum ausgewählt werden. So entstehen beispiellose Möglichkeiten für neue Parameter und genaue Analysen. Für die Gefrierpunktsmessung ist eineLeitfähigkeitszelle vorgesehen.